Mindset

Meine Mindset Lehrmeister sind meine beiden Söhne Matthias, 24 Jahre und Niklas, 18 Jahre. Wir sind eine sehr sportbegeisterte Familie und die Leidenschaft und Begeisterung zum Fußball haben sie von meinem Mann geerbt und wir haben als Familie sehr viel Zeit für dieses Hobby aufgebracht. Manchmal hatte ich das Gefühl, der Fußballplatz ist unser 2. Wohnsitz😉 Ich hätte jedes Hobby meiner Kinder unterstützt und gefördert. Dass es ein Teamsport wurde, hat mich sehr gefreut, wegen der Gemeinschaft und der vielen sozialen Kompetenzen, die hier gelebt und gefördert werden. In all diesen Jahren haben wir unglaublich viel besondere Momente gemeinsam erlebt – erfreuliche und oft auch nicht so erfreuliche. Wie man damit umgeht, darauf kommt es an. ob man weitermacht, wenn man im Team streitet und verliert. Ob man wieder hingeht, wenn die Trainer streng war oder der Schiedsrichter unfair, oder der Mitspieler dich kritisiert hat usw. Wir lachen heute noch immer wieder über so manche Kuriosität, die die Jungs dabei erlebt haben. Wenn ich zurückblicke, bin ich unglaublich froh und dankbar, dass mein Mann und ich das mit ihnen gemeinsam erleben durften.

Eine vermutlich logische Konsequenz: beide wollten von klein auf „Fußballer“ werden, wie ganz viele andere Jungs in diesem Alter. Was ist aus diesen Wünschen und Träumen geworden: Matthias ist Physiotherapeut in einer Profi Fußballmanschaft. Niklas ist ab Sommer Jungprofi in einem österreichischen Bundesligaverein. Neben Talent, Konsequenz, Ehrgeiz war ihr Mindset ausschlagend für diese Erfolge. Bestimmt gab es Kinder mit mehr Talent hatten als Matthias und Niklas, doch sie hatten einen unbändigen Glauben an die eigenen Fähigkeiten, sie zeigten Durchhaltevermögen und sie gaben auch nach Verletzungen, Niederlagen und Enttäuschungen nicht auf. Sie machten die Erfahrung, dass sie sich durch konsequentes Training immer weiter verbessern konnten. Es gab genug Dramen, die natürlich innerhalb der Familie ausgelebt wurden. Doch ich war immer wieder verblüfft, wie rasch sie Niederlagen wegsteckten und neue Ziele formulierten. Damals wusste ich ehrlicherweise noch nichts von aktiver Mindsetarbeit.

Mein Mann und ich handelten intuitiv, wir sind von Haus aus positiv und optimistisch gepolte Menschen, allerdings haben wir in unserer Kindheit und Jugend das groß Denken nicht gelernt, ganz im Gegenteil. Wenn dann die Jungs von ihren Wünschen träumten Profifussballer zu werden, sagte mein Verstand oft: oje, das schaffen leider nicht viele…. Es wird wohl andere geben, die besser sind….. Das wäre ja wie in einem Märchen ….. Sowas passiert nur den anderen ….. Soviel Glück haben wir nicht…… Doch mein Herz sagte: Ja! Mach es, gib dein Bestes! Und zum Glück fand ich auch diese Worte und nicht jene, die begrenzt und klein gemacht hätten.

Mit dem Wort „Mindset“ und Mindsetarbeit bin ich erst vor ca 6 Jahren in Berührung gekommen. Ich war auf einer Veranstaltung meines Kooperationsunternehmens und eine Sprecherin, die zu diesem Zeitpunkt schon sehr erfolgreich war, hat von ihrem persönlichen Businessweg erzählt. Von ihren beruflichen Stationen, wie sie zum aktuellen Business kam, wie sie ihren Erfolgsweg plante, die höchste Zielstufe des Marketingplans und somit ein finanziell freies und selbstbestimmtes Leben erreichte.


Eines ihrer Erfolgswerkzeuge dazu war ihr verschriftlichtes Mindset, dass sie uns damals vor 600 Zuhörer*innen vorlas und dessen Inhalte zu diesem Zeitpunkt schon eingetroffen war.
Was soll ich sagen, es war ein sehr besonderer Moment, ich hatte Gänsehaut und Tränen in den Augen, so sehr berührend habe ich ihre Worte empfunden. Ich war voller, tiefer Dankbarkeit, dass sie diese sehr persönlichen Erfahrung mit uns teilte.

Dieses Erlebnis war einer meiner Schlüsselmomente zum Thema Mindset. Denn klar ist, wir alle haben ein Mindset – sozusagen unseren „persönlichen Denkrahmen“ Es macht den Unterschied, wie wir diesen nützen.
Ich begann zu reflektieren, wie nun mein eigener „Denkrahmen“ ausschaut, ich begann mich tief in das Thema Mindset einzulesen und war fasziniert.

MINDSET bedeutet, die Denkweise, was du über dich oder andere denkst, sowie
die Einstellung/Haltung, die unseren Erfolg, unser Weiterkommen – im Beruf, Sport, Hobbys, persönlich maßgeblich beeinflusst. Nicht nur Erfolge werden dadurch bewirkt, sondern auch die Niederlagen.
Das Thema MINDSET, sowie der Mindset Prozess ist von der Hirnfoschung wissenschaftlich aufbereitet und bewiesen. Maßgeblich von Carol Dweck, geb. 1946, Stanford University Psychologin. Sie selber prägte die Begriffe fixed und growth Mindset

Fixed Mindset: Menschen, die glauben, dass ihre grundlegenden Eigenschaften, wie ihre Intelligenz oder ihr Talent festgelegt sind. Sie verbringen ihre Zeit, dies zu akzeptieren, anstatt diese weiterzuentwickeln. Sie glauben, dass ihre angeborene Intelligenz bzw. ihr Talent allein den Erfolg ausmacht, ohne Anstrengung. Sie liegen falsch.

Growth Mindset: Menschen, die glauben, dass ihre grundlegenden Fähigkeiten weiterentwickelt werden müssen um erfolgreich zu sein. Sie sind bereit mit Engagement und harter Arbeit über sich hinauszuwachsen und glauben an sich. Sie erkennen, dass Intelligenz bzw. Talent nur der Ausgangspunkt von allem ist. Praktisch alle großen erfolgreichen Menschen hatten diese Denkweise.

Es machte mich sehr nachdenklich, denn ich selber bin nicht mit einem growth Mindset aufgewachsen. Es wurde auf Bescheidenheit großen Wert gelegt und ein richtig dickes „fixed Mindset“ hat sich aufgebaut über die Jahre, aus den Überbehütung meiner Eltern, aus der Schulzeit und dem Umfeld in einem kleinen Dorf am Land.

Im Zuge meiner Reflexionen war ich erstaunt und gleichzeichtig demütig, dass ich in Bezug auf meine Kinder dieses „fixed Mindset“ nicht weitergegeben habe, zumindest nicht ausschließlich. Das hab ich gut bei mir behalten und ich bin auch heute tag täglich mit meiner eigenen Mindset Arbeit konfrontiert und beschäftigt.

Interessant ist es, dem eigenen inneren Dialog zu lauschen. Da passiert richtig viel Unschönes ganzen Tag – ausgelöst durch unser Unterbewusstsein. Wer kennt diese Gedanken nicht: Ich bin nicht gut genug. Das kann ich nicht. Das können die anderen besser. Wer soll sich schon für mich interessieren. Ich bin zu dick, zu dünn, zu laut, zu leise, zu unwichtig, zu uninteressant. Der innere Dialog ist ganz oft negativ behaftet.

Es ist faszinierend, dass nur 2 – 4 % unseres bewussten Denken Einfluss auf unser Leben/unseren Erfolg hat und 96 – 98 % unser unterbewusstes Denken!! Unser unterbewusstes Denken ist unser Autopilot, das durch unsere Glaubenssätze geprägt ist und das um ein vielfaches schneller reagiert als unser Verstand!!!

Die gute Nachricht: eine Umprogrammierung und Beeinflussung unseres Unterbewusstsein ist möglich! Für Veränderungen /Verbesserung/Weiterentwicklung brauchen wir die Kombination aus beidem. Das Unterbewusstsein ist generell neutral programmiert. Durch Erfahrungen, Erziehung, Vorbilder, Schule usw entsteht unser Autopilot „Unterbewusstsein“.

Diese Erkenntnis war für mich unglaublich heilsam und lehrreich und je mehr ich wusste, umso mehr konnte ich gerade in Zeiten der Pubertät diesen Wissen nützen in Bezug auf die Kommunikation mit den Jungs. In der Schule, im Sport und auch in der Freizeit sind unsere Kinder, aber natürlich auch die Erwachsenen mit Vergleichen konfrontiert. Sobald sich hitzige Gemüter beruhigt haben, haben wir herausfordernde Situationen versucht zu nützen, um zu reflektieren und Lösungen, neue Ansätze zu suchen. Das hört sich im Nachhinein ganz positiv an, doch ich möchte nichts beschönigen, denn es gab auch richtig anstrengende Zeiten, wo die Fetzen geflogen sind, wo Tränen geflossen sind, wo große Traurigkeit und Frust geherrscht hat.
Wenn es wieder ruhiger wurde, und zuhören möglich war, haben wir versucht zu vermitteln, dass es immer um die eigenen Glaubenssätze und die eigenen Entscheidungen geht. Wir haben täglich die Wahl neu zu entscheiden. Es ging mir darum ihr Bewusstsein dafür zu schärfen.

Ich habe den Jungs gerne positive Affirmationen mitgegeben. Anstatt vor einem wichtigen Match zu sagen: „Bitte pass auf, dass du dich nicht verletzt“ habe ich ihnen mitgegeben: „Gib dein Bestes und hab maximal Spaß dabei“
Schon bald haben sich beide für die Biografien von sehr erfolgreichen Sporterln interessiert und auch erfahren, wie diese mit Visualisierungen arbeiten, was mentale Arbeit im Spitzensport bedeutet. Die Kombination mit Emotionen und Bildern zu arbeiten, ist das Geheimnis von vielen erfolgreichen Menschen.

„Attention goes where energy flows“ – mit diesen Worten möchte ich schließen und zu bewusster, positiver Mindsetarbeit ermutigen.

Meine Buch-Tipps:
Carol Dweck „Selbstbild“ Gesetze der Gewinner von Bodo Schäfer, Make life WOW von Lydia Werner
Stephanie Raiser: Millionärin von nebenan
Dr. Joe Dispenza: Ein neues Ich
Laura Malina Seiler: Alles ist gut!
Christian Bischof
Hermann Scherer: Glückskinder
Sarah Hertz: Das Universum liefert immer zweimal

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